50 Journaling-Fragen im Herbst: Gedanken sortieren, loslassen und Klarheit finden
Der Herbst hat für mich etwas ganz Besonderes.
Draußen verändert sich langsam alles. Die Tage werden kürzer, die Blätter verfärben sich und irgendwann liegt morgens dieses ganz bestimmte Gefühl in der Luft.
Der Sommer zieht sich zurück.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum der Herbst auch für uns eine schöne Zeit sein kann, einmal etwas langsamer zu werden.
Nicht, um gleich das ganze Leben zu analysieren.
Sondern einfach, um wieder ein bisschen genauer hinzuhören.
Wie geht es mir eigentlich gerade?
Was beschäftigt mich?
Was möchte ich loslassen?
Und was wünsche ich mir für die nächsten Monate?
Journaling kann dabei helfen, Gedanken aus dem Kopf aufs Papier zu bringen. Manchmal merkt man erst beim Schreiben, was einen eigentlich schon die ganze Zeit beschäftigt.
Deshalb habe ich dir heute 50 Journaling-Fragen für den Herbst zusammengestellt.
Du musst sie natürlich nicht alle auf einmal beantworten.
Nimm dir eine Tasse Kaffee oder Tee, such dir eine Frage aus, die dich gerade anspricht – und fang einfach an. 🍂
Was ist Journaling eigentlich?
Journaling bedeutet für mich nicht, jeden Abend seitenlang Tagebuch schreiben zu müssen.
Es kann viel einfacher sein.
Du nimmst dir eine Frage und schreibst auf, was dir dazu durch den Kopf geht.
Ohne perfekte Formulierungen.
Ohne Rechtschreibung zu kontrollieren.
Und vor allem ohne darüber nachzudenken, ob deine Antwort irgendwie „richtig“ ist.
Denn niemand muss diesen Text später lesen.
Es geht nur um dich.
Manchmal reichen fünf oder zehn Minuten.
Und manchmal führt eine einzige Frage plötzlich zu einem Gedanken, den du vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hattest.
1. 🍂 Ankommen & Loslassen
Der Herbst zeigt uns jedes Jahr ziemlich eindrucksvoll, dass Loslassen zum Leben gehört.
Die Bäume diskutieren schließlich auch nicht wochenlang darüber, ob sie das eine Blatt vielleicht doch noch gebrauchen könnten. 😉
Bei uns Menschen sieht das manchmal etwas anders aus.
Wir halten an Dingen fest.
An Gedanken.
An Erwartungen.
An alten Plänen.
Und manchmal sogar an einer Version von uns selbst, die längst nicht mehr richtig zu unserem heutigen Leben passt.
Diese Fragen können dir helfen, einmal genauer hinzuschauen:
- Was beschäftigt mich gerade am meisten?
- Was möchte ich nicht länger mit mir herumtragen?
- Welche Gedanken drehen sich immer wieder in meinem Kopf?
- Was darf ich loslassen, damit mein Leben leichter wird?
- Woran halte ich fest, obwohl ich längst weiß, dass es mir nicht mehr guttut?
- Welche Erwartung an mich selbst möchte ich nicht mehr erfüllen müssen?
- Was gehört zu einer früheren Version von mir?
- Welche offene Entscheidung kostet mich gerade besonders viel Energie?
- Was würde passieren, wenn ich etwas nicht mehr kontrollieren müsste?
- Was möchte ich bewusst nicht mit in die nächsten Monate nehmen?
Du musst übrigens nicht sofort eine Lösung finden.
Manchmal ist es schon ein großer Schritt, überhaupt zu erkennen:
Das belastet mich.
2. 💗 Selbstfürsorge & Wohlbefinden
Selbstfürsorge klingt manchmal nach Kerzen, Schaumbad und einer Tasse Tee.
Und ja – dagegen habe ich überhaupt nichts. 😄
Aber Selbstfürsorge kann auch bedeuten, eine Grenze zu setzen.
Eine Pause zu machen.
Etwas abzusagen.
Früher schlafen zu gehen.
Oder endlich ernst zu nehmen, dass du gerade erschöpft bist.
Frag dich einmal:
- Wie geht es mir im Moment wirklich?
- Was tut mir gerade besonders gut?
- Was gibt mir Energie?
- Was raubt mir immer wieder Energie?
- Wo stelle ich meine eigenen Bedürfnisse regelmäßig hinten an?
- Was könnte ich diese Woche nur für mich tun?
- Welche kleine Gewohnheit würde meinem Wohlbefinden guttun?
- Wo dürfte ich freundlicher mit mir selbst umgehen?
- Was brauche ich gerade mehr: Ruhe, Bewegung, Nähe, Rückzug oder etwas ganz anderes?
- Welche kleine Sache könnte meinen Alltag im Herbst schöner machen?
Vielleicht stellst du beim Schreiben fest, dass du gar keine riesige Veränderung brauchst.
Manchmal fehlt uns nur etwas, das im Alltag immer wieder zu kurz kommt.
3. 💭 Gefühle & Gedanken
Es gibt Tage, da ist der Kopf einfach voll.
Du denkst über etwas nach.
Dann über das Nächste.
Dann fällt dir wieder etwas ein, das du noch erledigen musst.
Und irgendwann weißt du gar nicht mehr, was dich eigentlich so unruhig macht.
Genau dann kann Schreiben unglaublich wohltuend sein.
- Welches Gefühl begleitet mich in letzter Zeit besonders häufig?
- Was macht mir gerade Sorgen?
- Was macht mich im Moment glücklich?
- Worüber denke ich viel zu oft nach?
- Welche Gedanken möchte ich nicht länger für Tatsachen halten?
- Was würde ich einer guten Freundin sagen, wenn sie gerade in meiner Situation wäre?
- Bei welchem Thema mache ich mir selbst besonders viel Druck?
- Was darf gerade einfach sein, ohne dass ich es sofort lösen muss?
- Welche Situation würde ich gern mit etwas mehr Abstand betrachten?
- Welchen Gedanken möchte ich in den nächsten Wochen häufiger denken?
Eine meiner Lieblingsfragen davon ist:
Was würde ich einer guten Freundin sagen?
Denn mit anderen Menschen gehen wir häufig viel verständnisvoller um als mit uns selbst.
4. ✨ Wünsche & Ziele
Jetzt wird es spannend.
Denn wenn wir etwas loslassen, entsteht manchmal plötzlich Platz für eine andere Frage:
Was möchte ich eigentlich stattdessen?
Nicht:
Was sollte ich wollen?
Was wäre vernünftig?
Was erwarten andere von mir?
Sondern wirklich:
Was wünsche ich mir?
- Was wünsche ich mir für die nächsten drei Monate?
- Was möchte ich bis zum Jahresende noch erleben oder verändern?
- Welches Ziel ist mir wirklich wichtig – und welches glaube ich nur erreichen zu müssen?
- Was möchte ich häufiger in meinem Alltag fühlen?
- Wofür möchte ich mir endlich wieder mehr Zeit nehmen?
- Was würde ich ausprobieren, wenn ich keine Angst hätte, es falsch zu machen?
- Welchen Wunsch schiebe ich schon viel zu lange auf?
- Was würde mein Leben im Moment ein kleines bisschen schöner machen?
- Welche Entscheidung könnte mir mehr Freiheit geben?
- Was möchte ich später einmal nicht bereuen, nie versucht zu haben?
Und gerade bei dieser letzten Frage würde ich ruhig ein bisschen länger sitzen bleiben.
Denn manchmal wissen wir ziemlich genau, was wir wollen.
Wir trauen uns nur noch nicht, es wirklich auszusprechen.
5. 🌱 Neuanfang & Veränderung
Vielleicht ist der Herbst für dich gar kein Ende.
Vielleicht ist er ein Übergang.
Eine Jahreszeit, in der du etwas abschließen kannst und gleichzeitig anfängst zu überlegen:
Wie möchte ich eigentlich weitermachen?
Du musst dafür noch keinen fertigen Plan haben.
Vielleicht reicht erst einmal eine Richtung.
- Was möchte ich in meinem Leben gerade verändern?
- Wenn ich nur eine Sache verändern dürfte – welche wäre es?
- Was hält mich bisher davon ab, damit anzufangen?
- Wovor habe ich bei einer Veränderung am meisten Angst?
- Was könnte passieren, wenn ich noch ein weiteres Jahr nichts verändere?
- Was wäre der kleinste erste Schritt, den ich gehen könnte?
- Wo warte ich noch auf den perfekten Zeitpunkt?
- Was möchte ich mir selbst endlich wieder zutrauen?
- Welche Version von mir möchte ich in den nächsten Monaten stärker leben?
- Wenn mein nächstes Kapitel heute beginnen würde – womit würde es anfangen?
Diese letzte Frage mag ich besonders.
Denn ein neues Kapitel muss nicht mit einer riesigen Entscheidung beginnen.
Vielleicht beginnt es mit einem Telefonat.
Einem Spaziergang.
Einem Nein.
Einem Ja.
Einer Anmeldung.
Einer aussortierten Kiste.
Oder einfach damit, dass du dir eingestehst:
So wie bisher möchte ich nicht weitermachen.
Wie du die 50 Journaling-Fragen nutzen kannst
Bitte mach aus diesen 50 Fragen jetzt keine neue Aufgabe, die du möglichst schnell abhaken musst. 😉
Du musst nicht heute Frage 1 bis 10 beantworten und morgen 11 bis 20.
Mach es dir einfacher.
Du könntest beispielsweise jeden Morgen oder Abend eine Frage auswählen.
Oder du liest die Liste durch und bleibst bei der Frage hängen, bei der innerlich sofort etwas passiert.
Vielleicht denkst du:
Oh. Genau darüber möchte ich eigentlich nicht nachdenken.
Ganz häufig ist ausgerechnet das eine interessante Frage.
Du kannst dir auch für den Herbst ein kleines Ritual daraus machen:
Handy weg.
Getränk holen.
Notizbuch aufschlagen.
Eine Frage.
Zehn Minuten schreiben.
Mehr braucht es nicht.
Du musst beim Journaling nichts „richtig“ machen
Vielleicht sitzt du vor einer Frage und dir fällt erst einmal überhaupt nichts ein.
Dann schreib genau das:
Mir fällt dazu gerade nichts ein.
Und dann weiter.
Warum fällt mir dazu eigentlich nichts ein?
Schon bist du mittendrin.
Journaling ist kein Schulaufsatz.
Es gibt keine Note.
Niemand kontrolliert deine Antworten.
Du darfst widersprüchlich sein.
Du darfst heute etwas anderes schreiben als nächste Woche.
Denn auch das gehört zu Veränderung:
Wir dürfen unsere Meinung ändern.
Wenn du beim Schreiben merkst: Ich möchte wirklich etwas verändern
Vielleicht beantwortest du eine der Fragen und plötzlich steht da schwarz auf weiß etwas, das du schon lange gespürt hast.
Ich möchte etwas verändern.
Und vielleicht kommt direkt danach:
Aber womit fange ich an?
Dann musst du nicht sofort dein komplettes Leben neu planen.
Genau dafür habe ich meinen Neuanfang-Kompass erstellt.
Er hilft dir dabei, genauer hinzuschauen, was du wirklich verändern möchtest und welcher erste Schritt jetzt zu dir passen könnte.
Fazit: Vielleicht brauchst du gerade keine Antwort – sondern die richtige Frage
Wir suchen so oft nach Antworten.
Was soll ich machen?
Wie soll ich mich entscheiden?
Wie geht es weiter?
Vielleicht müssen wir manchmal gar nicht sofort wissen, wie alles weitergeht.
Vielleicht brauchen wir erst einmal eine gute Frage.
Eine Frage, bei der wir plötzlich merken:
Da ist etwas.
Ein Wunsch.
Ein Gedanke.
Eine Grenze.
Eine Entscheidung.
Oder ein Teil von uns, der schon länger versucht, gehört zu werden.
Der Herbst kann eine wunderbare Zeit sein, genau dafür ein bisschen Raum zu schaffen.
Nicht, um bis zum Winter ein komplett neuer Mensch zu werden.
Sondern um wieder etwas besser zu hören:
Was möchte eigentlich ich?
Und vielleicht beginnt genau dort dein nächster Schritt. 🍂💗




