Herbst-Journaling: 15 Fragen, die dir neue Klarheit schenken
Kennst du dieses Gefühl, wenn sich mit dem Herbst nicht nur draußen etwas verändert?
Die Tage werden langsam kürzer. Morgens ist die Luft plötzlich kühler. Die ersten Blätter verändern ihre Farbe und irgendwie entsteht das Gefühl, dass eine ruhigere Zeit beginnt.
Und vielleicht merkst du auch in dir:
Da ist etwas, das angeschaut werden möchte.
Genau das mag ich am Herbst.
Während im Sommer vieles im Außen stattfindet, zieht es mich im Herbst wieder mehr nach innen. Ich bekomme Lust, mir Zeit für mich zu nehmen, meine Gedanken aufzuschreiben und mich zu fragen:
Wo stehe ich eigentlich gerade?
Nicht erst am 31. Dezember.
Nicht erst, wenn das neue Jahr beginnt.
Sondern jetzt.
Denn vielleicht ist genau der Herbst die richtige Zeit, um einmal innezuhalten.
Warum der Herbst so gut zum Journaling passt
Für mich bedeutet Journaling nicht, jeden Tag seitenlange Texte schreiben zu müssen.
Manchmal reicht eine einzige Frage.
Ein Satz.
Ein Gedanke, bei dem ich plötzlich merke:
Oh. Da steckt gerade mehr dahinter.
Genau deshalb liebe ich es, Gedanken aufzuschreiben.
Im Kopf können sie sich im Kreis drehen. Auf dem Papier werden sie plötzlich sichtbar.
Und manchmal erkennst du beim Schreiben etwas, das vorher die ganze Zeit da war – du hast es nur noch nicht richtig wahrgenommen.
Der Herbst kann dafür ein wunderschöner Zeitpunkt sein.
Die Natur macht uns schließlich etwas vor: Sie hält nicht krampfhaft an allem fest.
Blätter verändern sich.
Sie fallen.
Und irgendwann entsteht Platz für etwas Neues.
Vielleicht dürfen wir uns davon ein kleines bisschen abschauen.
Du brauchst dafür kein perfektes Journal
Vielleicht denkst du bei Journaling sofort an wunderschöne Notizbücher, perfekte Handschrift und Menschen, die jeden Morgen eine Stunde schreiben.
Vergiss das.
Du brauchst eigentlich nur:
- ein Notizbuch oder ein Blatt Papier
- einen Stift
- ein paar Minuten Ruhe
- und die Bereitschaft, ehrlich mit dir zu sein
Das war’s.
Du musst auch nicht alle folgenden Fragen auf einmal beantworten.
Vielleicht spricht dich heute nur eine einzige Frage an.
Dann nimm genau diese.
15 Journaling-Fragen für deinen Herbst
1. Was fühlt sich in meinem Leben gerade richtig gut an?
Wir schauen oft zuerst darauf, was nicht funktioniert.
Dreh es einmal um.
Was möchtest du unbedingt behalten?
2. Was kostet mich im Moment unnötig viel Energie?
Menschen, Verpflichtungen, Gedanken, Gewohnheiten – manchmal schleppen wir Dinge mit uns herum, obwohl sie längst zu schwer geworden sind.
Was ist es bei dir?
3. Was darf ich diesen Herbst loslassen?
Vielleicht einen Anspruch.
Eine alte Gewohnheit.
Eine Enttäuschung.
Oder den Gedanken, dass du etwas längst hättest schaffen müssen.
4. Was wünsche ich mir momentan wirklich?
Nicht:
Was sollte ich wollen?
Sondern:
Was will ich?
Das ist manchmal eine erstaunlich schwierige Frage.
5. Wo stelle ich meine eigenen Wünsche immer wieder hinten an?
Vielleicht kennst du das.
Erst kommen die anderen.
Die Arbeit.
Die Familie.
Die Verpflichtungen.
Und irgendwann kommst du.
Was wäre, wenn du dich ein kleines Stück weiter nach vorne holen würdest?
6. Welche Veränderung schiebe ich schon lange vor mir her?
Es muss keine riesige Veränderung sein.
Vielleicht weißt du schon seit Monaten, dass du etwas anders machen möchtest.
Was hält dich bisher davon ab?
7. Was würde ich ausprobieren, wenn ich keine Angst vorm Scheitern hätte?
Schreib hier ruhig groß.
Vernünftig sein kannst du später wieder.
Was würdest du tun, wenn du für einen Moment wüsstest:
Ich darf es einfach ausprobieren.
8. Welche Gewohnheit tut mir nicht mehr gut?
Manche Gewohnheiten entstehen irgendwann und bleiben einfach.
Nicht weil wir sie bewusst gewählt haben.
Sondern weil wir sie immer wieder machen.
Welche möchtest du verändern?
9. Welche kleine Gewohnheit würde meinen Alltag schöner machen?
Jetzt kommt die Gegenseite.
Was könntest du hinzufügen?
Zehn Minuten spazieren?
Morgens schreiben?
Abends das Handy früher weglegen?
Eine Tasse Kaffee ganz bewusst trinken?
Klein ist vollkommen okay.
10. Wann habe ich mir zuletzt bewusst Zeit nur für mich genommen?
Nicht für Haushalt.
Nicht für Arbeit.
Nicht für andere.
Nur für dich.
Und falls dir gerade keine Antwort einfällt, ist vielleicht genau das eine Antwort.
11. Worauf bin ich in diesem Jahr bereits stolz?
Diese Frage vergessen wir viel zu oft.
Wir sehen sofort, was noch fehlt.
Aber schau einmal zurück.
Was hast du geschafft?
Was hast du ausgehalten?
Wo bist du mutiger geworden?
Was kannst du heute, was Anfang des Jahres vielleicht noch schwierig war?
Schreib es auf.
Auch die kleinen Dinge.
12. Was möchte ich bis zum Jahresende noch erleben?
Es liegen noch Monate vor dir.
Dein Jahr ist noch nicht vorbei.
Was möchtest du nicht wieder auf „irgendwann“ verschieben?
13. Welchen ersten kleinen Schritt könnte ich diese Woche gehen?
Nicht den ganzen Weg.
Nur den nächsten Schritt.
Was wäre realistisch?
14. Was möchte ich mir selbst häufiger erlauben?
Ruhe?
Freude?
Nein zu sagen?
Etwas Neues auszuprobieren?
Geld für dich auszugeben?
Zeit allein?
Groß zu träumen?
Was fehlt dir?
15. Wenn dieser Herbst ein neues Kapitel wäre – wie würde es heißen?
Diese Frage mag ich besonders.
Stell dir vor, dein Leben wäre ein Buch.
Der Sommer ist vorbei und jetzt beginnt ein neues Kapitel.
Welche Überschrift möchtest du ihm geben?
Du musst heute noch keine Antworten haben
Vielleicht hast du beim Lesen einer Frage sofort etwas gespürt.
Vielleicht war da ein:
„Oh ja.“
Oder sogar:
„Darüber möchte ich eigentlich gar nicht nachdenken.“
Gerade diese Fragen können interessant sein.
Du musst daraus heute aber keinen großen Lebensplan machen.
Manchmal reicht es, etwas überhaupt erst einmal wahrzunehmen.
Genau darin liegt für mich die Kraft des Journalings.
Nicht sofort alles lösen.
Sondern erst einmal zuhören.
Was beschäftigt mich eigentlich wirklich?
Eine Tageskarte kann dir einen zusätzlichen Impuls geben
Manchmal sitze ich vor meinem Journal und weiß noch gar nicht, worüber ich schreiben möchte.
Dann kann eine Tageskarte ein schöner Einstieg sein.
Ich ziehe eine Karte und frage mich nicht:
Was sagt mir diese Karte voraus?
Sondern vielmehr:
Was löst sie gerade in mir aus?
Welcher Gedanke kommt zuerst?
Welches Wort bleibt hängen?
Woran erinnert sie mich?
Und plötzlich ist da ein Thema, über das ich schreiben möchte.
Wenn du das einmal ausprobieren möchtest, kannst du meinen kostenlosen Guide „7 Tage mit deiner Tageskarte“ nutzen.
Darin kannst du dir sieben Tage lang jeden Tag bewusst einen kleinen Moment für dich nehmen und deine Gedanken zu deiner Tageskarte festhalten.
Und was, wenn du beim Schreiben merkst: Ich möchte wirklich etwas verändern?
Dann nimm dieses Gefühl ernst.
Du musst deshalb morgen nicht dein komplettes Leben umkrempeln.
Vielleicht brauchst du erst einmal Klarheit darüber:
Was möchte ich eigentlich verändern?
Was wünsche ich mir stattdessen?
Und was könnte mein erster Schritt sein?
Genau dafür kannst du auch meinen kostenlosen Neuanfang-Kompass nutzen
Er soll dir helfen, deine Gedanken zu sortieren und deinen eigenen nächsten Schritt zu finden.
Vielleicht beginnt Veränderung genau so
Nicht mit einem perfekten Plan.
Nicht mit einem riesigen Vorsatz.
Und auch nicht unbedingt am 1. Januar.
Vielleicht beginnt Veränderung an einem ganz normalen Herbstmorgen.
Mit einer Tasse Kaffee.
Einem leeren Blatt Papier.
Einem Stift.
Und einer einzigen ehrlichen Frage:
Was wünsche ich mir eigentlich für mich?
Vielleicht musst du die Antwort noch gar nicht kennen.
Vielleicht reicht es für heute, dass du angefangen hast, dir selbst wieder zuzuhören.




