Wie ziehe ich eine Tageskarte? Eine einfache Anleitung für Anfängerinnen

Wie ziehe ich eine Tageskarte? Eine einfache Anleitung für Anfängerinnen

Wie ziehe ich eine Tageskarte? Eine einfache Anleitung für Anfängerinnen

Vielleicht hast du schon einmal ein Kartendeck gesehen und dich gefragt: Wie zieht man eigentlich eine Tageskarte?

Muss ich vorher eine bestimmte Frage stellen? Muss ich die Bedeutung jeder einzelnen Karte kennen? Und was mache ich, wenn ich eine Karte ziehe und erst einmal überhaupt nicht verstehe, was sie mir sagen soll?

Genau so ging es mir am Anfang auch.

Dabei muss das Ziehen einer Tageskarte überhaupt nicht kompliziert sein. Du brauchst weder besondere Vorkenntnisse noch musst du jede Kartenbedeutung auswendig kennen.

Für mich ist eine Tageskarte vor allem eines: ein kleiner Moment, in dem ich innehalte und mich mit mir selbst beschäftige.

In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eine Tageskarte ziehen kannst und wie du sie für deine Selbstreflexion nutzen kannst.

Wichtig: Ich nutze Tageskarten nicht als Vorhersage meiner Zukunft. Für mich sind sie Impulse, die mir helfen können, meine Gedanken, Gefühle oder eine aktuelle Situation einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Was ist eine Tageskarte?

Eine Tageskarte ist eine einzelne Karte, die du aus einem Karten- oder Orakeldeck ziehst.

Du kannst sie morgens ziehen und als Impuls mit in deinen Tag nehmen. Du kannst sie aber genauso gut abends nutzen und damit auf deinen Tag zurückblicken.

Dabei geht es nicht darum, dass die Karte dir sagt, was passieren wird.

Viel interessanter finde ich die Frage:

Was löst diese Karte gerade in mir aus?

Vielleicht erinnert dich ein Wort auf der Karte an etwas. Vielleicht fällt dir bei einem Bild sofort eine bestimmte Situation ein. Oder du merkst plötzlich, dass dich ein Thema viel stärker beschäftigt, als dir vorher bewusst war.

Genau darin kann der Wert einer Tageskarte liegen.

Wie ziehe ich eine Tageskarte? 6 einfache Schritte

Du brauchst kein besonderes Ritual. Mach es dir so einfach, dass es zu dir und deinem Alltag passt.

1. Nimm dir einen Moment für dich

Du brauchst dafür keine halbe Stunde.

Ein paar ruhige Minuten reichen vollkommen.

Setz dich hin, atme einmal bewusst durch und versuche, für einen Moment nicht darüber nachzudenken, was du gleich noch erledigen musst.

Du kannst dir eine Tasse Kaffee oder Tee machen, eine Kerze anzünden – oder einfach nur dein Kartendeck nehmen.

Es muss nicht perfekt sein.

Es soll dein Moment sein.

2. Mische deine Karten

Nimm dein Kartendeck in die Hand und mische die Karten so, wie es sich für dich gut anfühlt.

Währenddessen kannst du einfach an deinen Tag denken.

Oder du stellst dir eine Frage wie:

  • Was darf ich heute besonders beachten?
  • Was ist heute wichtig für mich?
  • Welchen Gedanken darf ich heute mitnehmen?
  • Was möchte gerade von mir gesehen werden?

Du musst aber überhaupt keine konkrete Frage stellen.

Manchmal ziehe ich einfach eine Karte und schaue, welcher Gedanke dadurch entsteht.

3. Ziehe intuitiv eine Karte

Jetzt ziehst du eine Karte.

Und auch hier gilt: Mach daraus keine Wissenschaft.

Du kannst die oberste Karte nehmen. Du kannst das Deck auffächern und die Karte auswählen, zu der deine Hand spontan wandert. Oder du nimmst eine Karte, die beim Mischen herausfällt.

Es gibt nicht die eine richtige Methode.

Wenn du dich für eine Karte entschieden hast, bleib erst einmal bei ihr.

Nicht gleich eine zweite ziehen, nur weil dir die erste vielleicht nicht gefällt. 😉

Gerade die Karten, bei denen ich zunächst denke „Was soll ich denn jetzt damit?“, können manchmal besonders interessant sein.

4. Schau dir deine Tageskarte erst einmal an

Bevor du sofort im Begleitbuch nach der Bedeutung suchst, schau dir deine Karte in Ruhe an.

Was siehst du?

Welche Farben fallen dir auf?

Welches Wort steht darauf?

Welche Stimmung vermittelt das Bild?

Und vor allem:

Was war dein allererster Gedanke?

Der ist manchmal spannender als jede vorgegebene Kartenbedeutung.

Vielleicht steht auf deiner Karte beispielsweise „Vertraue deinem Weg“.

Dann könntest du dich fragen:

Wo vertraue ich mir gerade nicht?

Bei welcher Entscheidung zweifle ich?

Was würde ich tun, wenn ich meinem eigenen Gefühl etwas mehr vertrauen würde?

Plötzlich ist aus einer Karte eine ganz persönliche Frage geworden.

5. Schreibe deinen Gedanken auf

Genau deshalb kombiniere ich Tageskarten so gerne mit Journaling.

Du musst keine Seiten schreiben.

Manchmal reicht ein einziger Satz:

Meine Tageskarte: Vertrauen
Mein erster Gedanke: Ich zweifle gerade viel zu sehr an meiner Entscheidung.
Das nehme ich heute mit: Ich muss noch nicht den ganzen Weg kennen.

Das dauert vielleicht zwei Minuten.

Aber genau solche kleinen Gedanken gehen im Alltag sonst schnell wieder verloren.

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6. Nimm deinen Impuls mit in den Tag

Jetzt musst du mit deiner Karte nichts Großartiges „machen“.

Vielleicht begleitet dich einfach ein Satz.

Vielleicht möchtest du auf etwas bewusster achten.

Oder du merkst am Abend plötzlich:

Ach, deshalb hat mich diese Karte heute Morgen so angesprochen.

Und manchmal passiert auch gar nichts Besonderes.

Das ist genauso in Ordnung.

Eine Tageskarte muss nicht jeden Tag eine große Erkenntnis auslösen.

Muss ich die Bedeutung der Karten kennen?

Nein.

Gerade wenn du Anfängerin bist, würde ich mich davon nicht verrückt machen lassen.

Natürlich kannst du anschließend im Begleitbuch deines Kartendecks nachlesen, welche Bedeutung die Autorin oder der Autor der Karte gegeben hat.

Ich würde aber vorher immer kurz überlegen:

Was bedeutet diese Karte für mich?

Denn wenn auf einer Karte beispielsweise ein Weg, eine Tür oder ein Schmetterling abgebildet ist, kann das bei dir etwas völlig anderes auslösen als bei mir.

Und genau das macht die Selbstreflexion interessant.

Was ist, wenn ich mit meiner Tageskarte nichts anfangen kann?

Dann lass sie einfach liegen.

Du musst keine Bedeutung erzwingen.

Vielleicht fällt dir später am Tag etwas dazu ein. Vielleicht auch nicht.

Was ich nicht machen würde:

So lange neue Karten ziehen, bis endlich eine kommt, deren Botschaft mir gefällt.

Denn dann suchen wir irgendwann nicht mehr nach einem Impuls – sondern nach einer Bestätigung für das, was wir sowieso hören wollten.

Auch das kann übrigens eine spannende Erkenntnis sein. 😉

Kann ich eine Tageskarte auch abends ziehen?

Natürlich.

Es gibt keine Regel, nach der Tageskarten morgens gezogen werden müssen.

Morgens kannst du fragen:

Was möchte ich heute bewusst wahrnehmen?

Abends könntest du dagegen fragen:

Was hat mir dieser Tag gezeigt?

Oder:

Was möchte ich aus diesem Tag mitnehmen?

Probier ruhig beides aus und schau, was besser zu dir passt.

Tageskarte und Journaling: eine schöne Kombination

Für mich wird eine Tageskarte besonders wertvoll, wenn ich nicht nur kurz darauf schaue und sie anschließend wieder weglege.

Deshalb mag ich die Verbindung mit Journaling.

Du könntest dir beispielsweise jeden Tag diese drei Fragen stellen:

Was zeigt meine Tageskarte?

Was löst sie spontan in mir aus?

Was möchte ich heute daraus mitnehmen?

Nach einigen Tagen kannst du zurückblättern.

Und manchmal erkennst du dabei etwas, das dir an einem einzelnen Tag gar nicht aufgefallen wäre:

Bestimmte Gedanken wiederholen sich.

Ein Thema taucht immer wieder auf.

Oder du merkst, dass sich deine Sicht auf etwas verändert hat.

Deine Tageskarte muss dir nicht die Zukunft zeigen

Vielleicht ist das sogar der wichtigste Punkt dieses Artikels.

Ich brauche keine Karte, die mir sagt, was morgen passiert.

Viel spannender finde ich eine Karte, die mich dazu bringt, mir selbst eine Frage zu stellen, die ich mir sonst vielleicht nicht gestellt hätte.

Genau dafür nutze ich Tageskarten.

Nicht um die Verantwortung für meine Entscheidungen abzugeben.

Sondern um genauer hinzuschauen.

Auf meine Gedanken.

Auf meine Gefühle.

Auf das, was mich gerade beschäftigt.

Und manchmal reicht dafür tatsächlich eine einzige Karte.

Probier es einfach 7 Tage aus

Wenn du neugierig geworden bist, mach daraus kein kompliziertes neues Projekt.

Zieh morgen eine Karte.

Schreib deinen ersten Gedanken dazu auf.

Und mach das sieben Tage lang.

Danach kannst du selbst entscheiden, ob Tageskarten etwas für dich sind.

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Und vielleicht stellst du nach diesen sieben Tagen fest:

Die interessanteste Botschaft kam gar nicht von den Karten.
Sie kam von dir selbst.

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